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Gesundheitsnews

Medikamente kühl lagern?

Gerade bei warmem Wetter ist der Hinweis wichtig: Viele Medikamente müssen kühl gelagert werden, um ihre Wirksamkeit zu behalten. Besonders gut eignet sich dafür das Gemüsefach.

Teilweise darf Kühlkette nicht unterbrochen werden

Viele Arzneien müssen bei Temperaturen zwischen 2 bis 8 Grad Celsius gelagert werden, um ihre Wirkung nicht einzubüßen. Der Kühlschrank ist daher die beste Option – vor allem das Gemüsefach. „Hier herrscht die für Medikamente optimale Temperatur und es ist relativ gleichmäßig kühl", weiß Lutz Engelen, Präsident der Apotheker in Nordrhein. Die Ablage der Kühlschranktür ist dagegen weniger geeignet, da dort durch das häufige Öffnen keine gleichmäßige Temperatur herrscht.
Zu den wärmeempfindlichen Arzneimitteln gehören alle eiweißartigen Substanzen, zum Beispiel Insuline, sowie einige Antibiotika-Säfte, Augentropfen und -salben. Auch für die meisten Impfstoffe herrscht Kühlpflicht. Bei manchen Medikamenten darf zudem die sogenannte Kühlkette von der Apotheke bis nach Hause nicht unterbrochen werden. Dafür eignen sich Isoliertaschen oder Styroporbehälter.

Bei angebrochenen Medikamenten Öffnungsdatum notieren

Ob ein bestimmtes Medikament kühl gelagert werden muss, lässt sich anhand der Verpackung oder des Beipackzettels herausfinden. Ansonsten wissen Apotheker wie Engelen Bescheid: „Ob Arzneimittel wärmeempfindlich sind, erfahren Patienten im persönlichen Beratungsgespräch in ihrer Apotheke vor Ort“. Zu beachten ist, dass angebrochene Salben, Tropfen und Säfte auch im Kühlschrank nur eine begrenzte Zeit anwendbar sind. Deshalb sollte immer das Öffnungsdatum auf der Packung notiert werden.

Quelle: Apothekerkammer Nordrhein

23.07.2019 | Von: Leonard Olberts | Foto: photodonato/Shutterstock.com

Erreichbar im Urlaub?

Ob Urlaub, Wochenende oder Feierabend – über ein Drittel der Arbeitnehmer ist nach Dienstschluss für Fragen von Arbeitgeber und Kollegen erreichbar. Dabei erholen sich Beschäftigte nur dann ausreichend, wenn sie genügend Abstand zum Arbeitsalltag halten.

Für eine gute Erholung Arbeit und Freizeit trennen

Zwar ist die Mehrheit der Beschäftigten nicht gezwungen, außerhalb ihrer offiziellen Arbeitszeiten erreichbar zu sein – dennoch geben viele an, diesen Druck seitens des Arbeitgebers zu spüren. Besonders jüngere Beschäftigte erhoffen sich zudem bessere Karrierechancen, wenn Sie das Smartphone während Urlaub und Feierabend griffbereit halten. Die Initiative „Neue Qualität der Arbeit (INQA)“ untersucht nun im Rahmen des Projektes „MASTER – Management ständiger Erreichbarkeit“ die Auswirkungen einer Dauererreichbarkeit und erarbeitet Vorschläge, wie Beschäftigte Arbeit und Freizeit trennen können. Psychologe Eberhard Thörel vom Projekt MASTER erklärt dazu: „…Für eine optimale Regeneration ist es wichtig, Abstand zu den Anforderungen des Arbeitsalltags zu bekommen. Daher sollte man eine Erreichbarkeit für Arbeitsbelange im Urlaub möglichst vermeiden“.

Tipps für den stressfreien Urlaub

Ob Arbeitgeber, Arbeitnehmer oder Selbständiger – ein paar einfache Tipps der INQA helfen, um im Urlaub entspannt ein paar Tage offline bleiben zu können:

  • Arbeit und Freizeit nicht nur gedanklich, sondern auch räumlich voneinander trennen – also den Computer weder im Schlafzimmer noch in der Küche einschalten, um kurz ein paar Mails zu beantworten
  • Vor dem Urlaub mit den Kollegen gegenseitige Erwartungen klären und gemeinsam eine Lösung finden
  • Absprachen mit Kollegen treffen: Außerhalb der Arbeitszeit sollten weder Mails geschrieben noch gelesen werden
  • Vertretungen rechtzeitig vor dem Urlaub organisieren und den Kollegen mitteilen. Eine zusätzliche Abwesenheitsnotiz reduziert die Anzahl an Anfragen per Mail
  • Fristen und Termine noch vor dem Urlaub erledigen. Mit ein paar Tagen Puffer rund um den Urlaub steht einer stressfreien Zeit nichts mehr im Weg

Quelle: Pressemitteilung Initiative Neue Qualität der Arbeit 10.07.2019

22.07.2019 | Von: Dr. Rita Wenczel | Foto: Vadim Georgiev/Shutterstock.com

Intime Reinigung und Pflege

Der weibliche Intimbereich ist kein Kampfgebiet, auch wenn der Handel mit seiner Batterie an Lotionen, Deos, Sprays und Cremes für die Intimzone manchmal diesen Eindruck erweckt. Denn im Normalfall ist klares, warmes Wasser für die Reinigung der empfindlichen Region völlig ausreichend. Eine spezielle Pflege ist nur bei Beschwerden wie z. B. starker Scheidentrockenheit notwendig. Lesen Sie, was es Wissenswertes zur Intimpflege zu Hause und auf Reisen gibt.

Bloß nicht übertreiben

Regelmäßig den Intimbereich mit klarem, lauwarmem Wasser duschen oder waschen und täglich die Unterwäsche wechseln – mehr ist in der Regel nicht nötig, um sich „untenrum“ frisch zu halten. Im Gegenteil, Frauenärzte warnen gerade bei der Intimpflege vor zu viel des Guten. Denn bei zu intensiver Pflege drohen Reizungen, Austrocknen der Haut oder allergische Reaktionen. Schon normale Seifen oder Duschgels enthalten Konservierungsstoffe, die die Haut im Intimbereich irritieren und dort besser nicht zum Einsatz kommen.

Hinweis: Vor allem Dusch-Gels mit dem „Frische-Kick“ haben im Intimbereich nichts zu suchen, weder bei Männern noch bei Frauen. Denn hinter dem Kick stecken meist Pflanzenextrakte aus Zitrusfrüchten, die die empfindliche Schleimhaut stark reizen können.

Sanfte Reinigung

Wem klares Wasser nicht reicht, sollte Produkte wählen, die den sauren pH-Wert in der Scheide erhalten und die Haut nicht entfetten oder reizen. Die angebotenen Intimreinigungsprodukte gibt es als Schäume, Lotionen oder Gele, die sich sowohl für Frauen als auch für Männer eignen. Wichtig ist, sie nur im äußeren Intimbereich aufzutragen und mit reichlich lauwarmem Wasser gründlich abzuspülen. Beispiele für milde Intimreinigungsprodukte sind Bioturm Intim Wasch-Gel Nr. 26 oder auch Melvita Intimwaschgel, bei Beratungsbedarf hilft Ihnen Ihr Apotheker gerne weiter.

Tipp: Unterwegs sind Reinigungstücher für den Intimbereich praktisch. Achten Sie besonders darauf, dass Sie spezielle Produkte für den Intimbereich benutzen und nicht etwa solche für die Handreinigung.

Scheidentrockenheit will Pflege 

Zur Pflege der zarten Intimhaut bietet die Industrie eine Vielzahl von Produkten an. Doch auch hier gilt: Die regelmäßige, sanfte Reinigung mit klarem Wasser reicht in der Regel aus, eine zusätzliche Pflege ist ohne Beschwerden nicht nötig. Anders sieht es aus bei Scheidentrockenheit. Sie tritt häufig nach den Wechseljahren auf, kommt aber auch unter Verhütung mit der „Pille“ oder bei Erkrankungen wie Diabetes oder Multipler Sklerose vor. Die Ursache der Scheidentrockenheit sollte vom Frauenarzt abgeklärt werden, in manchen Fällen ist die Behandlung mit rezeptpflichtigen Medikamenten, z. B. Hormonen, erforderlich.

Ist eine hormonfreie lokale Therapie möglich, stehen unter anderem Produkte mit Hyaluronsäure (z. B. Kadefungin® Hyaluronsäure oder Gynomunal Vaginalgel), Milchsäure (z. B. Remifemin®FeuchtCreme oder Lactofem®FeuchtCreme) oder Polycarbophil (z. B. Replens®sanol Vaginalgel) zur Verfügung. Sie werden mit dem Finger oder Applikatoren in die Scheide eingeführt und /oder außen auf den Intimbereich aufgetragen.

Tipp: Viele Frauen setzen Produkte gegen Scheidentrockenheit auch gerne als Gleitmittel beim Sex ein. Falls Sie beim Sex Kondome benutzen, achten Sie darauf, dass sich Ihr Pflegeprodukt mit dem Kondom verträgt! Vor allem Milchsäure kann Kondome schädigen und dadurch deren Sicherheit einschränken. Die entsprechende Information finden Sie im Beipackzettel des Produkts, im Zweifel berät Sie Ihr Apotheker.

Fluor albus ist normal

Im Durchschnitt produziert eine Frau etwa 5 ml Vaginalsekret pro Tag, und zwar in der Scheidenschleimhaut selbst, den Drüsen des Muttermundes, den Scheidenvorhofdrüsen, den Bartholinischen Drüsen und den Paraurethraldrüsen neben der Harnröhre. Aufgabe des Vaginalsekrets ist der Schutz vor aufsteigenden Infektionen, die Selbstreinigung der Scheide und ihre Befeuchtung. Gesundes Vaginalsekret hat einen pH von 3,5 bis 5 und einen neutralen bis leicht säuerlichen Geruch. Es ist klar bis milchig-cremig, weshalb es auch Fluor albus genannt wird. Die Zusammensetzung hängt vom Alter und von der hormonellen Situation ab, zudem wird die Produktion bei sexueller Erregung angekurbelt.

Veränderter Ausfluss gehört zum Arzt

Bei manchen Erkrankungen kommt es zu einem verstärkten oder veränderten Ausfluss. So entsteht bei bakteriellen Infekten oft ein Fisch-ähnlicher Geruch und der Ausfluss wird grünlich-gräulich. Schaumiger Ausfluss bei gleichzeitigem Juckreiz spricht für eine Infektion mit Trichomonas vaginalis, krümeliger, weißlicher Ausfluss mit Juckreiz für eine Infektion mit Hefepilzen (Candida). Ausflussbeschwerden sollten immer beim Frauenarzt abgeklärt werden, um eine erforderliche Therapie einzuleiten. Werden Infektionen im Genitalbereich nicht behandelt, droht durch Übergreifen der Entzündung auf die Eileiter im schlimmsten Fall die Unfruchtbarkeit.

Tipp: Besprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt, ob bei wiederholten Beschwerden und typischem Hefepilz-Ausfluss für Sie die Selbsttestung und Selbstbehandlung mit rezeptfreien Anti-Pilzmitteln in Frage kommt (siehe unten).

Mit Pilzen auf Reisen …

Wer immer wieder mit Pilzinfektionen in der Scheide zu tun hat, sollte entsprechende Präparate auch in seine Reiseapotheke packen. Selbsttest auf Candida-Infektionen wie z. B. Elanee® Vaginalpilz-Test lassen sich auch auf Reisen gut einsetzen. Im Falle einer Pilzinfektion sind zur Behandlung Pilzmittel mit einmaliger Anwendung praktisch, z. B. Fenizolan® Kombi 600 mg oder auch Canesten® Gyn Once Kombi. Beide Präparate bestehen aus einem einmal einzuführenden Ovulum und einer Creme für den äußeren Intimbereich, wobei sich die Creme auch zur Mitbehandlung des Partners eignet.

Hinweis: Lesen Sie die Gebrauchsanweisung des Selbsttest genau durch! Um genaue Ergebnisse zu erzielen, müssen zeitliche Abstände zu Toilettengang oder Geschlechtsverkehr eingehalten werden. Im Zweifel fragen Sie Ihren Apotheker, wie der Test angewendet wird – am besten schon vor der Reise.

Quellen: Dr. Claudia Bruhn, DAZ 2018, Nr. 47, Seite 50 und www.oekotest.de

20.07.2019 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski | Foto: Monthira/Shutterstock.com

Was tun bei Reisedurchfall?

Etwa jeden dritten Fernreisenden erwischt es früher oder später: Reisedurchfall. Was Sie über die unangenehme Erkrankung wissen müssen.

Behandlung des Durchfalls schwierig

Reisedurchfall ist die häufigste Erkrankung bei Fernreisenden. Die Ursache ist aber nicht immer eindeutig: „Es ist wichtig abzugrenzen, ob ein Durchfall durch eine Infektion im Reiseland verursacht wurde oder nur zufällig während der Reise auftritt“, bemerkt Dr. Thomas Weinke, Chefarzt für Gastroenterologie und Infektiologie am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.

In der Regel halten die Symptome 2 bis 4 Tage an. Ist auch nach 10 bis 14 Tagen noch keine Besserung in Sicht oder tritt der Durchfall erst nach der Rückkehr ins Heimatland auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine mögliche Infektion abzuklären. Im Falle einer Selbstmedikation können Motilitätshemmer wie Loperamid die Arbeit des Darms reduzieren – der Durchfall wird dadurch jedoch nicht gestoppt. Ihr Einsatz sei zudem nicht sinnvoll, wenn zum Durchfall Fieber oder kolikartige Bauchschmerzen auftreten, warnt Dr. Weinke.

Elektrolytlösungen gleichen Verluste aus

Während rezeptpflichtige Schmerzmittel oder Paracetamol Linderung versprechen, seien rezeptfreie Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Diclofenac nicht empfehlenswert. Das gleiche gelte für alternative Mittel mit medizinischer Kohle, Pektinen oder Tanninen. Hier fehle es an wissenschaftlichen Daten, betont der Mediziner Warnke. Auch Antibiotika seien nicht immer hilfreich und sollten möglichst kurz eingesetzt werden, da Durchfall stattdessen oft durch Viren oder andere Mikroorganismen übertragen wird.

Um einem Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffen vorzubeugen, empfehlen sich Elektrolytlösungen unter anderem mit Salzen und Traubenzucker. Diese sind in jeder Apotheke erhältlich.

Quelle: ABDA

19.07.2019 | Von: Leonard Olberts | Foto: Leszek Glasner/Shutterstock.com