Ihr Wohlergehen        
ist unser                                    
         größtes Anliegen!

Gesundheitsnews

Nahrungsergänzung im Blick: Vitamin D

Der Sommer steht vor der Tür – ideale Voraussetzungen also, um die Vitamin D-Speicher des Körpers zu füllen. Denn die Sonne hilft dem Körper, das Vitamin selbst herzustellen.  Wer sich darauf nicht verlassen will, hilft mit Nahrungsergänzungsmitteln nach. Doch ist das überhaupt notwendig?


Vom Knochen bis zum Krebs


Allgemein bekannt ist, dass Vitamin D für die Aufnahme von Kalzium und die Gesundheit der Knochen wichtig ist. Doch das Vitamin hat weit mehr Funktionen im Körper: Es unterstützt das Immunsystem, die Muskelkraft und Koordination und verhindert vielleicht sogar Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ II und Krebs. Die Osteoporose – eine Krankheit, bei der die Knochen leichter brechen– ist deshalb nur ein Symptom eines Vitamin D-Mangels. Muskelschmerzen, weniger Muskelkraft und sogar eine höhere Anfälligkeit für Infekte können ebenfalls Zeichen einer Unterversorgung sein.


Vitamin D-Mangel – ein häufiges Problem


Wer einen Mangel vermeiden will, hat Glück, denn Vitamin D ist ein ganz besonderes Vitamin: Mit Hilfe der Sonne bildet es der Körper ganz von selbst. Trotzdem schätzen Fachgesellschaften, dass in Deutschland über 50% der Menschen nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt sind. Denn viele Menschen halten sich während der Arbeit und der Freizeit in Innenräumen auf und setzen ihre Haut so kaum der Sonne aus. Außerdem ist die Strahlung der Sonne in den deutschen Wintermonaten zu schwach, um die Synthese des Vitamins anzuregen.


Ausreichend versorgt – aber wie?


Die Deutschen nehmen mit der Nahrung zwar nur ungefähr 2 µg – von empfohlenen 20 µg - Vitamin D pro Tag auf, trotzdem empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die Einnahme von Vitamin D-Präparaten nicht. Denn der Anteil der Eigenproduktion unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und kann nur grob geschätzt werden. Nimmt ein Mensch dann zu viel Vitamin D auf, besteht die Gefahr eines zu hohen Calcium-Spiegels im Blut, der im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen und Nierensteinen führt.


Gesunde Menschen, die keine Symptome eines Mangels haben, decken ihren Vitamin D-Bedarf also besser ohne Nahrungsergänzungsmittel. Dafür reicht es, das Gesicht, die Hände und einen Teil der Arme und Beine der Sonne auszusetzen. Während im Hochsommer bereits 10 Minuten genügen, braucht der Körper im Frühling und Herbst doppelt so lang. Anders sieht es bei Säuglingen im 1. Lebensjahr und alten, chronisch kranken und weniger mobilen Menschen aus. Sie brauchen Nahrungsergänzungsmittel, um den Körper ausreichend mit Vitamin D zu versorgen.


Mehr Informationen über Vitamin D und die Lebensmittel, in denen Vitamin D enthalten ist, erhalten Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel".

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Robert Koch-Institut

10.07.2020 | Von: Marie Schläfer | Foto: eggeegg/Shutterstock.com

Coronagefahr aus der Toilette?

Wo sich Menschenmengen sammeln, ist das Risiko einer Corona-Ansteckung erhöht. Doch jetzt wurde ein neues, eher einsames Risikogebiet identifiziert: Offenbar kann man sich auch auf dem stillen Örtchen das Virus einfangen.

Abspülen und weg damit?

In etlichen Studien ist nachgewiesen worden, dass das Coronavirus nicht nur ausgehustet und ausgeatmet wird, sondern manche Menschen auch über den Stuhl wieder verlässt. Klar, dass es auf diese Weise in die Toilette gelangen kann. Eigentlich sollte man meinen, dass es dann dort mit Hilfe der Spülung im Abflussrohr verschwindet und die Sache erledigt ist. Doch weit gefehlt!

Anhand von Computermodellen zeichneten chinesische Forscher die Wege von Wasser- und Luftströmungen verschiedenster Toilettentypen auf. Die durch die Spülung erzeugten Wirbel verursachten Luftströme, die Schwebeteilchen aus der Toilette bis zu einem Meter nach oben katapultierten, wobei die Tröpfchen und Teilchen dieser Aerosol-Wolken über eine Minute lang in der Luft schwebten. Besonders schwungvoll nach oben flogen die Aerosole in Toiletten mit zwei Wasserzuflüssen oder bei häufiger Benutzung.

Die Schwebeteilchen, die die Toilette auf diese Weise verlassen, können sich nun entweder auf Oberflächen niederlassen oder auch eingeatmet werden, erklären die Forscher. Befinden sich in diesem Toiletten-Aerosol unter den Schwebeteilchen auch Coronaviren aus dem Stuhl Infizierter, ist deshalb eine Ansteckung mit den Viren auch auf dem stillen Örtchen möglich.

Deckel zu, Problem gelöst

Die Forscher nennen auch gleich ein Gegenmittel: Toilettendeckel vor dem Spülen schließen, dann bleibt die Luft unbelastet. In Anbetracht der Tatsache, dass heutzutage viele öffentliche Toiletten gar keine Deckel mehr haben, ist diese Lösung jedoch wenig praktikabel.

Doch das ist zum Glück nicht besonders problematisch. Zwar schätzen deutsche Virologen diese Art der Viren-Übertragung per Toiletten-Aerosol als denkbar ein. Immerhin vermehrt sich das Virus bei Manchen Menschen offenbar auch im Magen-Darm-Trakt und wird dann über den Stuhl ausgeschieden. Ob diese Viren infektiös sind, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt, in den meisten Studien war das im Stuhl entdeckte Virusmaterial nicht lebensfähig und daher nicht ansteckend.

Abstandsregel bleibt am wichtigsten

Vor allem in engen Toiletten, die von vielen Menschen benutzt werden wie beispielsweise in Zügen, Flugzeugen, Sammelunterkünften oder auf Kreuzfahrtschiffen, ist dieser Übertragungsweg ein interessanter Aspekt, kommentiert Clemens Wendtner, Internist und Chefarzt am Münchner Klinikum Schwabing die chinesischen Untersuchungsergebnisse. Er rät, sich auf öffentlichen Toiletten nicht auf die Brille zu setzen und die gängigen Hygienempfehlungen zu beachten. Dazu gehört beispielsweise, den Wasserhahn nach dem Händewaschen mit einem Einmalhandtuch zuzudrehen und die Türklinke beim Verlassen der Toilette mit dem Ellenbogen zu öffnen. Nichtsdestotrotz laufe aber die Hauptinfektionskette über die Lunge, wichtiger als Vorbeugung sei es deshalb, Massenveranstaltungen zu vermeiden und die Abstandsregeln einzuhalten.

Quelle: Ärzteblatt

09.07.2020 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski | Foto: JJFarq/Shutterstock.com

Was tun bei einem Behandlungsfehler?

Ärzte sind auch nur Menschen — und machen Fehler. Doch was ist zu tun, wenn ein Patient den Verdacht hat, falsch behandelt worden zu sein? Lesen Sie, wie und wo Betroffene im Falle eines möglichen Behandlungsfehlers Hilfe bekommen.

Keine Halbgötter in Weiß…

Der Nimbus der ärztlichen Unfehlbarkeit gehört schon lange der Vergangenheit an. Und das ist gut so: Denn das Risiko, dass Fehler passieren, gehört zu jedem Handeln dazu — auch zu dem von Ärzten, Hebammen und Pflegepersonal. Wie häufig medizinische Fehler vorkommen, ist jedoch unklar. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit schätzt die Anzahl von Behandlungsfehlern in deutschen Krankenhäusern auf etwa 200 000 jährlich. Doch unternommen wird in den wenigsten Fällen etwas: Im Jahr 2018 zeigten gesetzlich Versicherte beispielsweise nur ca. 14 000 Mal einen Verdacht auf einen Kunstfehler an.

Was ist ein Behandlungsfehler?

Bleibt nach der Operation eine Klemme oder ein Tuch im Bauch zurück, lässt sich dies sehr einfach als Behandlungsfehler nachweisen. Anders verhält es sich bei eventuellen Fehldiagnosen, mangelhafter Aufklärung oder falschen Medikamentenverordnungen. Hier liegt ein Behandlungsfehler vor, wenn die vom Arzt verordnete medizinische Maßnahme nicht dem zu diesem Zeitpunkt allgemein anerkannten Standard entspricht. Dies nachzuweisen ist schwierig — im Jahr 2019 wurde beispielsweise in nur etwa einem Viertel der von Patienten beauftragten Gutachten tatsächlich ein Behandlungsfehler erkannt.

  • Um bei einem vermuteten Behandlungsfehler Schadensersatz zugesprochen zu bekommen, muss der Patient also Dreierlei beweisen:
  • Bei der Behandlung ist ein Fehler passiert, d.h. es wurden die allgemein anerkannten medizinischen Standards nicht eingehalten.
  • Der Patient hat einen Schaden erlitten.
  • Der Schaden ist auf den Behandlungsfehler zurückzuführen.

Die ersten Schritte

Dass vergleichsweise wenige Behandlungsfehler angezeigt werden, könnte daran liegen, dass viele Betroffene gar nicht wissen, was Sie im Verdachtsfall eigentlich tun sollen. Hierzu gibt es folgende Tipps:

Auskunft verlangen. Der Patient hat Recht, von seinem behandelnden Arzt Auskunft zu bekommen, z. B. Einsicht in seine eigene Krankenakte. Häufig macht es Sinn, von einem anderen Arzt eine Zweitmeinung einzuholen.

Beweise sammeln. So zeitnah wie möglich sollte ein ausführliches Gedächtnisprotokoll über die Vorgänge angefertigt werden. Falls bei Gesprächen mit dem Arzt Angehörige dabei waren, ist auch deren Erinnerung gefragt. Außerdem sind sämtliche verfügbaren Krankenunterlagen gut aufzuheben.

Krankenkasse informieren. Erster Ansprechpartner bei einem Verdacht ist die eigene Krankenkasse. Die gesetzlichen Krankenkassen sind dazu verpflichtet, ihre Mitglieder bei der Verfolgung von Schadensersatzansprüchen aufgrund eines Behandlungsfehlers zu unterstützen. Patienten haben zudem das Recht auf ein kostenfreies Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK).

Gutachten einholen. Ein kostenloses Gutachten kann der Patient nicht nur über den MDK, sondern auch über die Schlichtungsstellen der Landesärztekammern einholen (Näheres unter www.bundesärztekammer.de/patienten/gutachterkommissionen-schlichtungsstellen/).

Weitere Beratung. Bei der Unabhängigen Patientenberatung (www.patientenberatung.de) bekommen Betroffene von einem Team aus juristischen und medizinischen Fachkräften kostenlos Rat, egal ob sie gesetzlich oder privat krankenversichert sind.

Der Weg zur Klärung. Ist ein Behandlungsfehler aufgrund eines Gutachtens wahrscheinlich, macht womöglich eine Klage auf Schadenersatz Sinn. Die Erfolgsaussichten einer gerichtlichen oder auch außergerichtlichen Klärung lässt man am besten von einem Fachanwalt für Medizinrecht prüfen. Falls der Betroffene eine Rechtsschutzversicherung hat, ist diese über ein mögliches Verfahren zu informieren.

Außergerichtliche Klärung. Einen Behandlungsfehler kann man auch außergerichtlich bei den Schlichtungsstellen der Ärzteschaft klären lassen. Voraussetzung ist dabei, dass beide Parteien damit einverstanden sind.

Fristen wahren! Wer einen Behandlungsfehler vermutet, sollte die Verfolgung nicht auf die lange Bank schieben, denn Ansprüche aus Behandlungsfehlern verjähren nach 3 Jahren. Ruft man eine ärztliche Schlichtungsstelle an, hat man mit einer Frist von 5 Jahren etwas mehr Zeit.

Quelle: Pressemeldung der Roland-Gruppe, Stiftung Warentest

08.07.2020 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski | Foto: Guschenkova/Shutterstock.com

13 Schlaf-Mythen unter der Lupe

5 Stunden Schlaf reicht für Erwachsene, unruhig schlafen ist ungesund, ein Bierchen am Abend lässt besser schlafen – was ist dran an diesen und anderen beliebten Schlaflegenden? Ein Expertenteam schafft Klarheit.

Beim Schlaf kann jeder mitreden

Das Thema Schlaf ist ein Dauerbrenner. Zum einen sind Schlafstörungen weit verbreitet, zum anderen kann jeder mitreden. Deshalb gibt es auch eine Unzahl von Meinungen und Ratschlägen dazu. Jetzt hat eine zehnköpfige Expertengruppe populäre Schlafmythen unter die Lupe genommen und 13 Irrtümer herausgefischt:

  1. Nach einem Bier kann man besser schlafen. Stimmt nicht. Nach Alkohol schläft man zwar schneller ein, aber der Schlaf in der zweiten Nachthälfte ist gestört, es gibt weniger erholsame REM-Phasen und Schlafapnoesymptome verstärken sich.
  2. Bei Schlafproblemen ist es am besten, im Bett liegen zu bleiben. Stimmt nicht. Besser ist es aufzustehen und erst wenn man sich müde fühlt wieder zu Bett zu gehen. Blaulicht, z. B. am Computer oder Tablet, sollte man dabei jedoch meiden.
  3. Langeweile ist die beste Einschlafhilfe. Stimmt nicht. Erwachsene mit Hobbys und wenig Langeweile haben meist eine bessere Schlafqualität.
  4. Je mehr man schläft, desto besser. Stimmt nicht. Langschläfer, die dauerhaft mehr als 8 Stunden schlafen, sterben früher als Normalschläfer.
  5. Schnarchen ist lästig, aber harmlos. Stimmt nicht. Regelmäßiges Schnarchen kann ein Zeichen für ein obstruktives Schlafapnoesyndrom sein und muss abgeklärt und wenn nötig behandelt werden.
  6. Sport am Abend stört den Nachtschlaf. Stimmt nicht. Menschen, die regelmäßig körperlich aktiv sind, schlafen besser. Neuesten Studien zufolge soll auch abendlicher Sport nicht schaden.
  7. Jederzeit und überall gut schlafen zu können ist ein gutes Zeichen. Stimmt nicht. Wer tagsüber sehr müde ist und schnell im Sessel einschlummert, leidet womöglich an gestörtem Nachtschlaf, z. B. aufgrund einer Schlafapnoe.
  8. Je weniger ein Schläfer sich bewegt, desto gesünder ist sein Schlaf. Stimmt nicht. Gelegentliche Bewegungen gehören zum normalen Schlaf dazu. Ist der Bewegungsdrang aber unkontrolliert und kommt womöglich noch Ziehen oder Kribbeln dazu, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es könnte Restless-legs-Syndrom dahinterstecken.
  9. 5 Stunden Schlaf reicht für Erwachsene. Stimmt nicht. Wer nur 5 Stunden oder weniger schläft, hat ein erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen. Wer weniger als 4 Stunden schläft, dem drohen sogar kognitive Einbußen. Die ideale Schlafdauer liegt für Erwachsene bei 7 bis 8 Stunden.
  10. Der Organismus lernt, mit unregelmäßigem Schlaf auszukommen. Stimmt nicht. Er kann sich anpassen, aber es drohen negative Folgen. Bei Schichtarbeit ist beispielsweise das Brustkrebsrisiko erhöht.
  11. Je älter man wird, desto mehr schläft man. Stimmt nicht. Auch wenn es manchmal anders scheint -ältere Menschen schlafen weniger, warum, ist unklar.
  12. Ein kuschelig warmes Schlafzimmer lässt besser schlafen. Stimmt nicht. Warme Temperaturen können guten Schlaf behindern. Die ideale Temperatur für Schlafzimmer liegt bei 16–18°C.
  13. Mittagsschlaf ist immer gut. Stimmt nicht. Mit zu viel Mittagsschlaf können nächtliche Schlafprobleme aufrechterhalten werden. Deshalb macht es auch Sinn, bei nächtlichen Schlafproblemen seinen Mittagsschlaf zu reduzieren.

Quelle: Sleep Health

07.07.2020 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski | Foto: Volha_R/Shutterstock.com